Lutz Fritsch: EIN•STAND, 1990

Ein Stand, Fritsch, permanent

Rundrohr, Stahl, orange-blau lackiert; 1000 x 12 cm (H x Ø)

Auf der Verkehrsinsel Moltkeplatz / Ruhrallee; Koordinaten: 51 26 49.77 N 7 01 24.70 E

„Verkehrsinseln werden als Hindernis ohne Aufenthaltsqualität wahrgenommen, das es zu umfahren gilt. Das könnte auch für den gemäß der Richtlinie für die Anlage von Knotenpunkten (RAS-K) angelegten Ausfahrkeil mit Dreiecksinsel gelten, der den Verkehr zwischen dem Moltkeplatz und der Ruhrallee regelt. Doch hier sticht ein zehn Meter hohes Stahlrohr wie eine Nadel in das Niemandsland und lässt Fußgänger, die sonst den Unort schnell überqueren wollen, innehalten.

Lutz Fritsch (*1955) hat die Plastik 1990 eigens für den Ort entwickelt. Die Plastik gibt den Einstand für den Moltkeplatz und nimmt zugleich als vertikal aufgestellter orange-blauer Konzentrationspunkt die Umgebung auf.“
(Tankred Stachelhaus)

Im unteren Bereich der Verkehrskreuzung die Dynamik, die Bewegung, die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos. Dieses pulsierende Moment findet sich wieder in der Farbe von Orange. Über der Verkehrskreuzung befindet sich die Zone der Ruhe und der Weite. Das ist die Farbe Blau.“
(Lutz Fritsch)

Im Oktober 2007 schrieb Lutz Fritsch zu seiner Skulptur EIN•STAND:

“ . . . Die Skulptur EIN•STAND ist eine ortsbezogene Skulptur. D.h. sie ist für diesen speziellen Ort erstellt, aus dem Ort heraus entwickelt.

Ich habe mir damals diesen Ort ausgewählt, weil er ein Stück ‚Niemandsland‘ ist; eine Insel für sich, eingebunden in ein Kreuzungssystem von Verkehrsführung. Im unteren Bereich der Verkehrskreuzung die Dynamik, die Bewegung, die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos.

Dieses pulsierende Moment findet sich wieder in der Farbe von Orange. Über der Verkehrskreuzung befindet sich die Zone der Ruhe und der Weite. Das ist die Farbe Blau.

Die Skulptur und der Ort, für den sie konzipiert worden ist, sind eine Einheit! . . .“


Führung durch Lutz Fritsch zu Werken in Bonn und Köln
am 28. September 2014

Lutz Fritsch, dessen Werk EIN•STAND die Besucher*innen des Skulpturenensembles auf dem Moltke­platz seit 1990 auf der Verkehrsinsel Moltkeplatz / Ruhrallee empfängt, wurde am 21. September 2014 mit der Verleihung des Leo-Breuer-Preises durch den Landschaftsverband Rheinland LVR geehrt. Am gleichen Tag wurde in der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung gkg in Bonn die Einzelausstellung „Lutz Fritsch“ eröffnet. Mehr dazu hier.

Am 28. September 2014 führte Lutz Fritsch eine Gruppe von Mitgliedern und Freund*innen des Vereins Kunst am Moltkeplatz KaM e.V., die sich freuten, von ihm seine Ausstellung in Bonn sowie Werke in Bonn und Köln gezeigt und seine Ideen und Vorstellungen erläutert zu bekommen. Die Führung begann mit der Ausstellung in der gkg in Bonn und führte über die zweiteilige Groß-Plastik Standortmitte auf den Verteilerkreisen in Bonn und Köln ‒ an den beiden Endpunkten der Autobahn A 555 ‒ zu der kinetischen Plastik Leuchtturm auf dem Elisabeth-Treskow-Platz am Kölner Rheinauhafen.

Bei herrlichem Spätsommerwetter erlebten die Teilnehmer*innen einen höchst interessanten Tag, für den wir Lutz Fritsch herzlich danken, und der noch lange in unserer Erinnerung bleiben wird.

Nachfolgend einige Eindrücke von den verschiedenen Stationen der Führung:

Ausstellung „Lutz Fritsch“ …
in der gkg, Bonn
Standortmitte auf dem Verteilerkreis in Köln …
… und Bonn
Leuchtturm mit drehbarem Kopf auf dem …
Elisabeth-Treskow-Platz am Kölner Rheinauhafen
Ausklang beim Leuchtturm am Kölner Rheinauhafen
Foto: Georg Pepping

RHEINORANGE

Am 16. September 2017 fand im Lehmbruck Museum Duisburg die Eröffnung der Ausstellung RHEINORANGE von Lutz Fritsch und die Vorstellung einer Dokumentation statt.

Lutz Fritsch beim Signieren der Dokumentation RHEINORANGE

In der Feierstunde im Lehmbruck Museum wurde unter anderem an den 25-jährigen „Geburtstag“ der in 1992 aufgestellten Skulptur RHEINORANGE und an die in 2016 erfolgte Restaurierung erinnert. Die 25 m hohe Landmarke RHEINORANGE markiert – weithin sichtbar in der Farbe RAL 2004 „Reinorange“ (ohne „H“) – die Stelle in Duisburg-Kaßlerfeld, an der die Ruhr in den Rhein mündet.


Reinigung des EIN•STAND Anfang September 2021

Im September 2021 wurde unter Einsatz eines Hubwagens das 10 m hohe lackierte Stahlrohr gereinigt.

Seit der letzten Reinigung vor etwa 13 Jahren hatte sich an der Wetterseite des Werkes ein Belag aus Algen und Moos gebildet, der jetzt mit Wasser und Schwamm entfernt wurde.

Mehr dazu hier.


Lutz Fritschs Internet-Präsenz hier.

Lutz Fritsch in Wikipedia hier.