Ansgar Nierhoff: Paarweise, 1988

Nierhoff, Paarweise, permanent

Schmiedestahl, gebrannt; 370 x 99 x 34 cm (H x B x T)

„Schweres Material, leichte Poesie: Die Skulptur von Ansgar Nierhoff (1941‒2010) kehrt das Innere nach außen. Rücken an Rücken stehen die zwei ungleichen Stahlstelen zueinander, dabei waren sie einst eins. Die bei der Teilung eines einzelnen Stahlblocks in zwei Einzelstelen entstandenen Reliefs bedingen einander und sind doch einzigartig. Je nach Sichtweise wenden sie sich voneinander ab und beschützen sich gegenseitig. Es geht nicht nur um die Beziehung zweier Körper zueinander im Raum, sondern auch um die Bergung einer charakteristischen Signatur aus einem glatten Block. Dabei steht die brachiale Gewalt des industriellen Fertigungsprozesses im Kontrast zu der beschwingenden Leichtigkeit der Stelen.“
(Tankred Stachelhaus)

„Meine Skulptur ist nicht die schnelle Idee und windschnittige Form. Skulptur ist Handlungsprozess: von meiner Geschichte, meinen Erlebnissen und den Zwängen, aus denen ich mich und meine Arbeiten – ein Stückchen – zu befreien suche.“
(Ansgar Nierhoff)

Das Werk ist ursprünglich aus einem einzigen Stahlblock entstanden. Die längs einer unregelmäßigen Linie getrennten beiden Teile sind in zwei Raumrichtungen gedreht nebeneinander aufgestellt. Besucher*innen sehen in den beiden nebeneinander stehenden Teilen der Skulptur häufig ein – unterschiedlich großes – menschliches Paar, das „Rücken an Rücken“ steht und sich (je nach Auffassung der betrachtenden Person … und dessen Herkunfts-Kulturkreis) entweder nichts (mehr) zu sagen hat … oder aber wechselseitig den „Rücken frei hält“ und sich so gemeinsam schützt.


Im August 2022 soll das Werk „Paarweise“ durch eine Fachfirma restauriert werden; siehe hier.

Eindrücke von einer Ausstellung und Wanderung mit Ansgar Nierhoff im August 2008 hier.

Weiteres zu Ansgar Nierhoff und zu Werken von ihm im öffentlichen Raum in Essen hier.